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    Fachtagung des Türverbands Türautomation

    26. September 2019     

  • Ce-Kennung

    CE-Kennzeichnung von Feuer- und Rauchschutzvorhängen

    Ein Artikel von Claus Schwenzer, BVT-Verband Tore 

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    Aufbruch in neue Zeiten

    Türen und Tore als Trendsetter für technische Entwicklungen im Baubereich

Grenzen erkennen und Chancen von Technik und Innovationen nutzen

 

Bild3 Fassade 124 2439 IMGEinbaubeispiel eines Feuerschutzvorhangs an einer Fassade

Bereits seit Ende der 1990er Jahre werden hochtemperaturbeständige Gewebe für Feuerschutz- und Rauchschutz-Rollabschlüsse (Feuerschutz- bzw. Rauchschutzvorhänge) in Deutschland eingesetzt. Zunächst wurden ausschließlich nicht-wärmedämmende Feuerschutzvorhänge angeboten. Diese sind jedoch im deutschen Baurecht grundsätzlich nicht vorgesehen. So fordert die Muster-Verwaltungsvorschrift Technische Baubestimmungen (MVV TB) für Türen, Tore und Abschlüsse mindestens die Feuerwiderstandsklassifizierung „feuerhemmend“, was gleichbedeutend mit der Einhaltung von Wärmedämmkriterien nach DIN 4102-5 bzw. heute EN 1634-1 ist. Seit 2013 jedoch werden auch Feuerschutzvorhänge angeboten, die Anforderungen an die Wärmedämmung erfüllen und damit ein gleiches Leistungs- und Schutzniveau wie entsprechende Produkte aus „festen“ Werkstoffen wie Stahl oder Holz erreichen.

Mit dem Ende der Koexistenzperiode am 1. November 2019 enden alle allgemeinen bauaufsichtlichen Zulassungen des Deutschen Instituts für Bautechnik (DIBt) für Feuer- und Rauchschutztore und –vorhänge, die dann ausschließlich nach der Produktnorm für Tore, EN 13241, in Kombination mit der Produktnorm für Feuer- und Rauchschutzabschlüsse, EN 16034, mit einer Leistungserklärung des Herstellers und entsprechender CE-Kennzeichnung in Europa in Verkehr gebracht werden dürfen.

 

Bild1 BrandversuchEW Auslenkung Feuerschutzvorhang (Klassifikation EW) mit Wärmestrahlungsmessgerät im Normbrandversuch

 

Anforderungen nach der Produktnorm für Tore EN 13241

Feuer- und Rauchschutzvorhänge sind (abgesehen von den Brandschutzeigenschaften) formal gleich zu behandeln wie andere Innentore (z. B. Schnelllauf-Innentore). Sie gelten als Rolltore mit einem Behang aus Gewebe und unterfallen damit der Produktnorm für Tore EN 13241, sofern sie in deren Anwendungsbereich fallen. Das ist erfüllt, wenn sie „für den Einbau in Zugangsbereichen von Personen vorgesehen sind“ und „… eine sichere Zufahrt für Waren und Fahrzeuge, begleitet oder geführt (gesteuert) von Personen … ermöglichen“. Darüber hinaus haben sie noch Brandschutzeigenschaften, die in der Produktnorm EN 16034 geregelt sind. Konsequenz ist, dass Feuer- und Rauchschutzvorhänge (genau wie vertikal bewegte Feuer- und Rauchschutztore) mindestens die Anforderungen „Sicheres Öffnen“ und „Mechanische Festigkeit“ nach EN 13241 erfüllen müssen. Das gilt auch, wenn die Feuer- und/oder Rauchschutzeigenschaften noch durch eine DIBt-Zulassung (und noch nicht nach EN 16034) nachgewiesen werden. Die Erfüllung des „sicheren Öffnens“ erfordert eine entsprechende Absturzsicherung und muss durch eine anerkannte Prüfstelle beurteilt werden. Sollte ein Feuer- oder Rauchschutzvorhang nicht allein durch Schwerkraft bzw. im Totmannbetrieb schließen, muss darüber hinaus die Einhaltung der Betriebskräfte durch eine anerkannte Prüfstelle nachgewiesen werden. Im Falle des automatischen Schließens allein durch Schwerkraft (auch „gravity failsafe“ genannt) ist nach EN 12604 eine optische und akustische Warneinrichtung ausreichend und die in EN 12453 festgelegten Betriebskräfte brauchen nicht eingehalten zu werden. Das dadurch entstehende höhere Gefährdungsrisiko ist wegen der sehr seltenen Nutzung dieser Art von Brandschutzabschlüssen vertretbar.

 

Anforderungen nach EN 16034 – Feuerschutzvorhänge

Alle auf dem Markt angebotenen Feuerschutzvorhänge wurden nach der entsprechenden europäischen Prüfnorm EN 1634-1 geprüft, selbst wenn sie noch mit einem nationalen Verwendbarkeitsnachweis (in Deutschland: DIBt-Zulassungen aus den Nummernkreisen Z-6.60 und Z-6.61) in Verkehr gebracht werden. Da die Gültigkeit der DIBt-Zulassungen spätestens zum 1.11.2019 endet, werden im Folgenden ausschließlich die Anforderungen nach EN 16034 betrachtet.

Mit den Feuerschutzvorhängen hielten in Deutschland erstmals Klassifizierungen in der Praxis Einzug, die die nationale Norm DIN 4102-5 für Feuerschutzabschlüsse nicht kennt, nämlich „E“ (Raumabschluss) und „EW“ (Raumabschluss mit Wärmestrahlungsbegrenzung) nach EN 13501-2. Die von den nationalen „T“-Abschlüssen bekannte Wärmedämmung (europäisch: „I“) fehlt bei diesen.

Brandprüfungen von Feuerschutzvorhängen der Klassifikationen „E“ und „EW“ erfordern wegen des extrem hohen Wärmedurchtritts eine hohe Brennerleistung, um die normativ geforderte Einheits-Temperaturkurve nachfahren zu können, sowie einen besonderen Schutz der Umgebung außerhalb des Ofens vor der Hitze.

 

Claus Schwenzer, BVT-Verband Tore

"Der TTF-Report ist das Branchenportal rund um die Bereiche  Tür, Tor, Fenster, Brand- und Einbruchschutz."

Dipl.-Ing. Ulrike Götz, 
Verantwortliche Redakteurin

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