Dieselfahrverbote gefährden das Baugewerbe

Die von den Verwaltungsgerichten ausgesprochenen Dieselfahrverbote zum Juni 2019 drohen den öffentlichen und privaten Bausektor in den betroffenen Regionen stillzulegen, mahnen die Verbände des Bauhauptgewerbes. Zum Beispiel NRW: Schon die über 12.000 überregional tätigen Unternehmen dürfen ab Juli tausende Baustellen nicht mehr anfahren. Zwar haben die Gerichte in ihren Urteilen auf die Möglichkeit verwiesen, den gewerblichen Verkehr von Fahrverboten freizustellen, aber ob davon Gebrauch gemacht wird und wie diese Regelungen im Einzelnen gestaltet werden, ist derzeit unklar.

Die regionale Bauwirtschaft brauche vor allem Planungssicherheit und eine bundesweit einheitliche Lösung, sagt Dr. Manja Schreiner, Hauptgeschäftsführerin der Fachgemeinschaft Bau Berlin und Brandenburg. Da die Fahrzeugflotten des Baugewerbes noch bis zu 90 Prozent mit Diesel fahren, käme ein Fahrverbot, wie es der Berliner Senat plant, einem Bauverbot im Innenstadtbereich gleich sowie einer Komplettentwertung des Fuhrparks der Bauunternehmen. Schreiner: „Die Hälfte unserer Unternehmen unternimmt die überwiegende Anzahl aller betrieblichen Fahrten innerhalb der Umweltzone und nicht auf der Stadtautobahn.“ Auch der Bauindustrieverband Sachsen/Sachsen-Anhalt warnt vor den Auswirkungen von Fahrverboten. „Sämtliche innerstädtischen Baustellen kämen aufgrund fehlender Baustoffe und Baumaterialien zum Erliegen, da ein Transport über die mehrheitlich mit Diesel betriebenen Baufahrzeuge dann nicht mehr möglich ist“, so Hauptgeschäftsführer Dr. Robert Momberg. Das beträfe sowohl den Straßen-, als auch den Wohnungsbau.

Nur 18 Prozent der Dieselautos haben derzeit die moderne Euro 6-Norm. Technisch gäbe es noch immer kaum Alternativen, heißt es mehrheitlich aus der Branche. „Das Handwerk ist auf leistungsstarke Fahrzeuge angewiesen, aber es kann nur die Fahrzeuge kaufen, die auf dem Markt sind“, so Hans Peter Wollseifer, Präsident des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks. Es sei „mehr als enttäuschend, dass die Autohersteller auch zu Beginn des Jahres 2018 kaum für das Handwerk geeignete Fahrzeuge mit der neuesten Norm Euro 6d und sehr niedrigen NO2-Werten anbieten.“
 

 Goetz Signatur

 

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